TEASER
by Nadija Mustapić

Women worldwide took the toll of the pandemic and have been carrying the crisis in so many ways. They make up for majority of the health care and education workforce, exposing them to a greater risk of infection. At the same time, women are also carrying a lot of the burden at home, since school and childcare facility closures and longstanding gender inequalities in unpaid work. Women also face high risks of job and income loss, and face increased risks of violence, exploitation, abuse or harassment during times of crisis and quarantine.

They are tired and angry, they have lost the ability to have a choice, they supervise the home-learning of their children, they cook, clean and do all the domestic work while husbands work, they take care of family members with special needs, on daily bases they transform their homes into environments that fulfil all important needs and serve all contents that household members require, making homes safe zones for all their daily routines. But not all homes are safe, and women are facing violent discharges of household members due to crisis tension. They altogether carry out more work than men, face more risks or losing jobs or not being able to get back into the work market, and suffer more than before from the raise of abuse, exploitation and harassment. All that while being portrayed in media as Superheroines who can take on all the tasks that they, their families and the society at large place on them day in day out, with god given power to always excel, while maintaining a smile. An image that capitalism has taught us (men and women) so well to trust, maintain and rely on – the construct of a Superheroine-at-work.

Nadija Mustapić was invited for an artist in residency in Graz with aim to respond this year´s program focus "professional superheroines".

re:connet roots

one of the strongest identical statements is the way we dance. At our workshop with Poetry Slam Artist Precious Nnebedum and filmmaker Andrea Eidenhammer, we found out, that this is how we want to talk about identify. And give a positive and strong statement against racism. Also: we did a poetry slam video together...

stay tuned!


ONLINE OPENING: 22/12/21

LIVE INSTALLATION OPENING: 20/01/22

programm 2021
PROFFESIONELLE SUPERHELDINNEN

Durch die Pandemie haben wir als Menschheit erstmals kollektiv  soziale Einsamkeit erlebt. Niemand hätte sich das vor einem Jahr gedacht. Tatsache ist, dass sich derzeit keine Veränderung dieser Situation herbeizaubern lässt. Tatsache ist auch, dass der Lockdown auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wurde. Ebenfalls ein globales Phänomen. 

 

2021 widmen wir unser Programm deshalb der weiblichen Perspektive auf das Erleben dieser noch nie dagewesenen Krise. Frauen aller Kulturen, 

sexueller Orientierungen und Altersstufen: (alleinerziehenden) Müttern, arbeitenden und arbeitslosen Frauen, Pensionistinnen, aber auch Jugendlichen und Mädchen im Volksschulalter.

 

Denn irgendetwas läuft schief in unserer emanzipierten Gesellschaft. Es scheint, als ob mehrere weibliche Paralleluniversen in ein und demselben Land nebeneinander existieren. Frauen, die in intrafamiliären oder soziokulturellen Gewaltstrukturen leben, kaufen in denselben Geschäften ein, wie Frauen, die auf allen Ebenen selbstbestimmt durchs Leben gehen. Berührungspunkte gab es auch vor der Pandemie wenige. 

Was sich nun zu verschieben scheint, ist, dass viele emanzipierte Frauen durch die Coronakrise all ihre Prinzipien über den Haufen geschmissen haben, um ALLES für ihre Lieben zu geben. Das ist ihnen nicht nur hoch anzurechnen, das ist auch der Grund, warum die meisten Familien relativ schadlos durch den Lockdown gekommen sind. Die Frauen aber sind am Ende ihrer Kräfte, denn auch sie kommen ihrem Job nach. In welcher Form auch immer, in Kurzarbeit, im Homeoffice, oder vor Ort. 

Wir möchten mit unserem Jahresprogramm Impulse setzen, dass es höchste Zeit ist uns mit dem Phänomen der 

                         

                        PROFESIONELLEN SUPERHELDINNEN

 

auseinanderzusetzen und mit und über Frauen der verschiedenen Parallel-universen in dieser Stadt zu arbeiten und sie miteinzubeziehen.

 

Einen weiteren Impuls setzen. Denn es ist Zeit, solidarisch mit uns zu sein. Zeit, vom  “ME TOO” auf “YOU TOO” überzugehen. Vom still und heimlich überfordert sein, das mit Autosuggestionssprüchen wie 

“Es ist nicht leicht, Superwoman zu sein, aber Du machst das grossartig” unterdrückt wird, hin zum offenen darüber reden, wie es uns geht.

 

Dieses Jahr möchten wir uns gegenseitig zuhören und auch der Frage nachgehen, warum sich dieses Paradigma ein weibliches Phänomen zu sein scheint: Wir halten durch. Sind oft hart im Umgang mit uns selbst, ignorieren unsere emotionalen und physischen Belastungslimits. 

Warum wir das tun? Vielleicht, weil es uns seit Generationen so vorgelebt wird. Diese Krise hat dieses weibliche Phänomen multipliziert und quillt nun an die Oberfläche der gesellschaftlichen Wahrnehmung. Ob das etwas ändert, bleibt fraglich. Es gibt also dringenden Handlungsbedarf. 


Dieses Jahr steht im Zeichen der interkulturellen weiblichen Solidarität. Wir möchten das in unseren Workshops gepaart mit Residences erarbeiten. 
Das werden unsere zwei Artists in Residence in Kunstwerke umwandeln und im öffentlichen Raum sichtbar machen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, den professionellen Superheldinnen eine Bühne zu geben, sie sichtbar zu machen.

Vor allem aber geht es darum, Barrieren zwischen den einzelnen kulturellen Communities zu überwinden und diese weibliche Solidarität in alle Richtungen zu spreaden. Sozusagen ein Superspreader dieser Solidarität zu werden und so gegen Rassismus vorzubeugen. Denn dies ist auch eine Konsequenz dieser Pandemie. Extremistischste Tendenzen nehmen nicht zuletzt wegen der psychischen Belastung in Folge der Pandemie zu. Schuldige werden gesucht, immer mehr in andere Kulturen. Frust multipliziert sich, auch bei denen, auf die mit dem Finger gezeigt wird. Wer diesen Frust auffängt und aushält? Frauen. Nicht zuletzt nimmt deshalb auch die intrafamiliäre Gewalt gegen Frauen zu.

 

 

Kunst darf und soll unbequem sein. Ihre Aufgabe ist es u.a. Missstände aufzuzeigen.  Sie darf aber auch Perspektiven zeigen, Auswege suchen, Lösungen vorschlagen. 

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